Joe Dantes Komödie um Action-Spielzeuge mit intelligenten Computerchips, die außer Kontrolle geraten, ist überaus witzig gemacht und erscheint ein wenig als Parodie auf
Air Force One. Die kriegerischen Toy-Soldaten der
„Commando Elite
“ versuchen die friedvollen
„Gorgonites
“ zu vernichten, wobei mehr als nur der Spielzeugladen der verschlafenen, kleinen Provinzstadt Winslow Corners in Ohio zu Bruch geht. Zu den
Small Soldiers komponierte Goldsmith zwar ebenfalls pathetisch, bricht aber das starke Pathos der Air-Force-One-Musik durch Ironie und Witz. Der Synthesizer hat hier zwar einen merklichen Anteil, wird aber überwiegend geschickt eingesetzt. Die Synthie-Klänge ironisieren zweifelsohne auch musikalisch die Welt der High-Tech-Spielzeuge. Vieles in dieser Musik klingt miniaturhaft und frech-ironisch nach Comedy. Dazu gehört auch die geschickte Verwendung des bekannten Bürgerkriegs-Marsch-Liedes
„When Johnny comes marching Home
“ und eine sarkastische Spiegelung der martialischen Rede von General Patton zu Beginn des gleichnamigen Films, hier begleitet von einem originellen
Patton-Selbstzitat des Altmeisters. Die Johnny-Melodie wurde sinnigerweise auch von Laurie Johnson in Stanley Kubricks Satire
Dr. Strangelove or How I Learned to Love the Bomb * Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben verwendet. Gelungen ist auch eine Frankenstein-Parodie für die Umprogrammierung der Toys: Waxmans
„Creation of the Female Monster
“ aus
Bride of Frankenstein * Frankensteins Braut wird köstlich zitiert. Leider fehlen auf der CD sowohl die
Patton- als auch die
Frankenstein-Parodie, aber sonst ist das Verhältnis von Musik im Film zu Musik auf der CD deutlich günstiger als im Falle von
Air Force One. Die Filmmusik zu
Small Soldiers enthält eine Reihe von Rocksongs, die erfreulicherweise nicht Eingang auf den Tonträger gefunden haben. Ich habe den Film auf Video gesehen und schätze Goldsmiths Musikanteil auf ca. 45 Minuten. Daher kann man die 31 Minuten auf der Varèse-CD als durchaus repräsentativen Querschnitt akzeptieren. Somit verbleibt eine echte Empfehlung auch für dieses unterhaltsame Album.
Fazit: Zwei Goldsmith-Musiken, die ebenfalls, wie die Kompositionen zu
Die Mumie,
Der 13. Krieger usw., nicht über die Standards guter und gekonnter Routine hinausgehen, aber sehr gutes Handwerk bieten und sowohl zu den Filmen, als auch vom Bild gelöst sehr wirksam sind.