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Driving Miss Daisy
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CD: Driving Miss Daisy, 1989

Label: Varèse (VSD-5246)

Komponist: Hans Zimmer

Bewertung:
2½ von 6 Sternen
2½ von 6 Sternen


Laufzeit: 35:55 Min.

Driving Miss Daisy

Der Reiz an der Musik zu Driving Miss Daisy * Miss Daisy und ihr Chauffeur (1989), einem Frühwerk von Hans Zimmer, besteht darin, daß es nahezu nichts mit dem heute bekannten Zimmer-Stil zu tun hat; weder große Orchesterbesetzung noch pathetische Blechbläserpassagen und auch keine Vokalunterstützung kommen zum Einsatz, obwohl der Film teilweise die Dramatik hat, die solch massive Mittel rechtfertigen würde.

Der ganze Score ist sehr einfach gehalten, die beiden Hauptthemen bestreiten Klarinette-Solo (an manchen Stellen auch Oboe) , zum Teil nur von Klavier begleitet. Zimmer trägt hier nicht dick auf, trotzdem wirkt die Musik wegen ihrer provinziell-einfachen Machart sehr überzeugend im Film.

Passend zu der ausschließlich in den Südstaaten angesiedelten Handlung enthält die Musik Jazz-Elemente, vor allem Titel 5 (Georgia), in meinen Augen das Highlight der CD, legt da mit stilvoller Besetzung richtig los; E-Bass, Saxophon und Klavier, dazu Percussion (größtenteils nur Jazzbesen) und Banjo.

Die Musik ist überwiegend locker-fröhlich, zum Teil auch einfach witzig, doch schafft es Zimmer trotz der schon erwähnten nur zurückhaltend eingesetzten Mittel auch, die dramatischen, traurigen Szenen recht überzeugend zu untermalen.

Eher nachteilig wirkt sich aus, daß Zimmer auch hier mit vielen synthetischen Klängen versucht, musikalische Tiefe zu schaffen; so klingt es manchen Stellen irgendwie billig – man merkt, dass Zimmer bei diesem Score noch nicht viel Erfahrung im Umgang mit der Verbindung von echten und synthetischen Klängen hatte.

Insgesamt ist diese CD aber trotzdem interessant, gerade weil er unkonventionell daherkommt. Die beiden angenehmen Hauptthemen wiederholen sich zur Genüge, werden nicht zuletzt deswegen aber auch zu regelrechten Ohrwürmern.

Zum Schluss möchte ich noch eine deutliche Empfehlung für den mit 4 Oscars ausgezeichneten Film an sich aussprechen:
Dank seiner großartigen Schauspieler stellt der Film die zwischenmenschlichen Beziehungen der Protagonisten sehr überzeugend dar. Auch das in den 50er und 60er Jahren noch allgegenwärtige Problem des Rassismus nimmt eine wichtige Rolle in Bruce Beresfords Werk ein, wenngleich er kein Gesellschaftsdrama ist sondern vielmehr Wert auf die persönlichen Entwicklungen der Charaktere legt.

Besetzung: Jessica Tandy (Oscar beste Hauptdarstellerin) als die zunächst schrullige, sehr auf Etikette bedachte Miss Daisy, Dan Aykroyd als ihr Sohnemann und Morgan Freeman als Miss Daisys Chauffeur, der zunächst sehr um den Respekt der alten Dame kämpfen muß, in einer seiner besten Rollen.

Dietrich Haas | 06.09.2001
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