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Battlestar Galactica / Starship Troopers / Star Wars: Shadows of the Empire
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Battlestar Galactica » Stu Phillips  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Battlestar Galactica, 1999

Label: Varèse Sarabande (VSD-5949)

Komponist: Stu Phillips

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 48:31 Min.

Starship Troopers » Basil Poledouris  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Starship Troopers, 1997

Label: Varèse Sarabande (VSD-5877)

Komponist: Basil Poledouris

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 36:24 Min.

Star Wars: Shadows of the Empire » Joel McNeely  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Star Wars: Shadows of the Empire, 1996

Label: Varèse Sarabande (VSD-5700)

Komponist: Joel McNeely

Bewertung:
5 von 6 Sternen
5 von 6 Sternen


Laufzeit: 51:26 Min.

Battlestar Galactica/Starship Troopers/Shadows of the Empire

Sternenkriege ohne Ende und dazu die Musik direkt auf CD! Nun, ein bisschen habe ich jetzt gemogelt: Von den drei Titeln stehen zwar alle mit dem Erfolg der Star Wars-Saga in direktem oder indirektem Zusammenhang, aber Starship Troopers und Shadows of the Empire sind schon zwei und drei Jahre auf dem Markt. Obwohl sie zwischenzeitlich durch die vielen Neuerscheinungen des Filmmusikmarktes weit in den Hintergrund gedrängt wurden, sind beide Titel erfreulicherweise noch lieferbar.

Battlestar Galactica, die jüngste Veröffentlichung, bietet ironischerweise Musik zum ältesten Star-Wars-Rip-off, zu einer Fernsehserie der späten siebziger und frühen achtziger Jahre. Der Komponist Stu Phillips, der schon in den Sechzigern für US-TV-Serien komponierend tätig war, ist bei uns abseits der Battlestar-Galactica-Musik nahezu unbekannt. Die Musik zu Battlestar Galactica dürfte auch in den U.S.A. seine bekannteste Komposition sein. Das heroische Haupt- und Titelthema ist der Williamsschen Star-Wars-Fanfare nachgestaltet und auch ähnlich kraftvoll gelungen. In der vorliegenden Neueinspielung ist dieses Herzstück der gesamten Musik allerdings nur insgesamt dreimal kurz vertreten: abseits von Vor- und Abspannmusik in Track 11 Red Nova. Für die Serie wurden von Phillips seinerzeit, sicher nicht unter optimalen Bedingungen, x Stunden Musik, häufig für kleine Orchesterbesetzungen (30 bis 35 Musiker) komponiert. Für die vorliegende CD wurden mit dem in Bestform spielenden Royal Scottish National Orchestra große Teile der Musik zum Pilotfilm der Serie neu eingespielt. Dabei ist nicht nur ein repräsentativer Überblick über die Musik zum besagten Pilotfilm entstanden, sondern auch über die Musik zur Serie überhaupt. Und klanglich bleiben keine Wünsche offen.

Für eine Fernsehserie in dieser Zeit ist die Musik insgesamt ungewöhnlich sinfonisch angelegt und wirkt sogar heute noch beachtlich, auch wenn Stu Phillips kein John Williams ist. Trotz gelegentlicher kleinerer Durchhänger, speziell in den Actionepisoden, und einer gewissen Schlichtheit im thematischen Material ist diese CD, nicht nur für Battlestar-Fans ein nettes Souvenir, sondern auch für den Nachwuchs ein durchaus hörenswertes Relikt aus Star-Wars-Kindheitstagen.

Die Musik zu Paul Verhoevens nicht unproblematischem Film Starship Troopers, komponiert von Basil Poledouris, ist sicher nicht so raffiniert wie seine wohl schon fast klassisch zu nennende Komposition zu Conan der Barbar; aber kraftvoll und effektiv ist sie zweifellos. Hier wird viel Power des Blechs geboten und auch das Schlagwerk kommt voll zu seinem Recht. Durchaus etwas für Freunde guter Action-Scores. Ärgerlich auf dieser CD ist aber nicht nur die wieder einmal äußerst knappe Spieldauer, sondern besonders der fürchterliche Rocksong (Track 11, Into It) von Zoe Poledouris.

Star Wars: Shadows of the Empire ist dagegen schon fast drei Jahre alt, damit aber keineswegs eine olle Kamelle geworden. In Folge des Erfolges der Star-Wars-Filme stürzten sich viele Autoren auf das Thema und schufen neue Stories. Wohl eine der besseren ist das Buch Shadows of the Empire, das später auch als Videospiel herausgebracht wurde. Varèse-Produzent Robert Townson überzeugte George Lucas von einer interessanten Idee: eine Musik in Form einer klassisch-romantisch-sinfonischen Dichtung zur Handlung dieses Buches komponieren zu lassen. Die Wahl fiel auf den Newcomer Joel McNeely, der auch schon für mehrere Folgen der TV-Serie Young Indiana Jones Chronicles gute sinfonische Musik komponiert und zwischenzeitlich auch als Dirigent verschiedener klassischer Filmmusik-Neueinspielungen auf dem Varèse-Label von sich reden gemacht hatte. Für Shadows of the Empire komponierte er eine erstklassige Musik, die sich hinter den Star-Wars-Kompositionen Williamscher Prägung absolut nicht verstecken muss. Hier war McNeely den Zwängen des Komponierens für einen Film nicht unterworfen und konnte somit seine musikalischen Gedanken sehr frei gestalten.

Natürlich steigt die Komposition mit der bekannten Star-Wars-Fanfare ein; und auch die Themen für Luke und Leia, das der Macht und der Imperiums-Marsch werden zitiert. Aber ansonsten ist ein sehr reizvolles neues Werk entstanden, das von den bekannten Star-Wars-Musiken überaus verschieden ist. Der Ausgangspunkt war analog zur Star-Wars-Trilogie, Musik im spätromantisch-modernen Stile à la Richard Strauss, Korngold etc. zu komponieren; und so gibt es in Track 3 Imperial City auch eine strahlende Bläserfanfare, die den vergleichbaren Fanfaren Korngolds und natürlich auch Williams alle Ehre macht.

McNeely schätzt (wie auch James Horner) hörbar die Musik von Sergej Prokofieff. Hier gibt es stilistische Anleihen, speziell bei den Ballettmusiken zu Cinderella und Romeo und Julia in Track 2, 4 sowie auch im Walzer von Track 7. Neben sehr farbiger Orchestration geben besonders die ausgiebige, raffinierte Verwendung von Männer- und Frauen- sowie von gemischtem Chor der Komposition ihren herausragenden Reiz. Etwas annähernd vergleichbares gibt es bei John Williams erst in The Phantom Menace. Shadows of the Empire ist somit eine gute Ergänzung der Sternenkriegs-Kollektion und sei damit allen Sammlern wärmstens empfohlen. Joel McNeely dirigiert das famos spielende Varèse-Hausorchester (Royal Scottish National Orchestra) tadellos, und auch die Aufnahmetechnik hat exzellent gearbeitet.

Michael Boldhaus | 14.10.1999
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