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The Iron Giant / Stir of Echoes / House on Haunted Hill / Rose of Washington Square / ...
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The Iron Giant » Michael Kamen  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Iron Giant, 1999

Label: Varèse Sarabande (VSD-6062)

Komponist: Michael Kamen

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 49:54 Min.

Stir of Echoes » James Newton Howard  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Stir of Echoes, 1999

Label: Colosseum (CST-8079)

Komponist: James Newton Howard

Bewertung:
2 von 6 Sternen
2 von 6 Sternen


Laufzeit: 45:31 Min.

House on Haunted Hill » Don Davis  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: House on Haunted Hill, 1999

Label: Varèse Sarabande (VSD-6088)

Komponist: Don Davis

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 54:14 Min.

Rose of Washington Square » Richard Rodgers  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Rose of Washington Square, 1999

Label: Varèse Sarabande (VSD-6089)

Komponist: Richard Rodgers

Bewertung:
4½ von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen


Laufzeit: 54:01 Min.

State Fair » Richard Rodgers  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: State Fair, 1999

Label: Varèse Sarabande (VSD-6090)

Komponist: Richard Rodgers

Bewertung:
4½ von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen


Laufzeit: 72:26 Min.

Michael Kamen (Robin Hood: Prince of Thieves, Highlander) komponierte die sinfonische Musik zu dem am 16. Dezember gestarteten Zeichentrick-Film The Iron Giant * Der Gigant aus dem All von Brad Bird, einem der Schöpfer der TV-Serie The Simpsons. Erfreulicherweise hat Varèse eine sich fast ausschließlich auf Kamens Komposition beschränkende CD veröffentlicht – die parallel erschiene Rhino-CD enthält (neben den Songs) hieraus nur zwei Stücke. Kamens Musikbeitrag ist dem Filmtitel entsprechend ebenfalls recht gigantisch geraten. Im groß besetzten Orchesterapparat – erfreulicherweise kommt der Komponist ohne Elektronik aus – halten mitunter wuchtig eingesetztes Schlagwerk (Holzblöcke, Pauken, Tam-Tam) und tiefe Bläser den Zuhörer unter Dampf. Daneben gibts auch sanfte Klänge mit hier und da ein wenig Jazz-Sounds. Die Musik zu The Iron Giant ist durchgehend farbig instrumentiert, recht abwechslungsreich gestaltet und deshalb im Prinzip nicht übel; allerdings fehlen einprägsame Melodien oder zumindest ein prägnantes Hauptthema, das gut variiert eingesetzt wird, statt dessen werden nur vereinzelt anklingend melodische Phrasen geboten. So fehlt dem Ganzen ein wenig der rote Faden und damit (wenn auch nur knapp) das Zeug zur uneingeschränkt guten Benotung durch vier Punkte. Mit 3 1/2 Punkten liegt der Titel aber schon deutlich oberhalb des Durchschnitts und ist nicht nur für Kamen-Fans interessant, sondern zumindest ein Probehören wert. Einzig den am Schluss des Finaltracks eingesetzten (auf dem Cover nicht vermerkten) kurzen Song Duck and Cover empfand ich als deplatziert.

Das Czech Philharmonic Orchestra liefert eine überzeugende, kraftvolle Einspielung, und dank hervorragender Aufnahmetechnik hat die mit rund 50 Minuten ordentlich bestückte CD durchaus das Zeug zum Demo-Silberling.

Enttäuschend hingegen ist die CD zu Kevin Bacons Psychothriller Stir of Echoes * Echos: Stimmen aus der Zwischenwelt, welcher am dritten Februar in den bundesdeutschen Kinos anläuft. Nur auf den ersten Blick erfreut die Spielzeit von immerhin rund 45 Minuten: Der Score-Anteil von James Newton Howard beträgt nämlich nicht einmal 18 Minuten! Daneben gibt es sieben Songs, z. B. Breathe der Gruppe MOIST und Paint It Black von GOB. Die Tatsache, dass es auch eine reine Song-CD zu diesem Film gibt, macht diese Veröffentlichung schon etwas kurios: Vermutlich ist der Score-Anteil im Film wirklich nicht größer als der hier präsentierte, so dass sich Varèse zu einem derartigen Mix entschlossen hat.

Die Handlung ist wohl The Sixth Sense verwandt, und so beginnt auch diese James-Newton-Howard-Komposition ähnlich: Ruhige Streicher, Klavier und Chor tragen ein recht feierliches Thema vor. Anschließend wird die Musik leider, neben einigen Ligeti-ähnlichen Streicherklängen, primär durch Synthesizer-Effekte beherrscht. Die Vielfalt von John Debneys End of Days, aber auch die Atmosphäre von The Sixth Sense erreicht Newton Howard hier allerdings bei weitem nicht. Im Film mag die Musik zwar funktionieren, aber von den Bildern gelöst finde ich das Ganze wenig fesselnd sondern eher langweilig. Vermutlich spielt in diesem Fall der individuelle Geschmack eine besonders große Rolle: Wer stark elektronisch orientierte Scores grundsätzlich schätzt und auch einige Songs aus dem Film dazu möchte, dem mag die CD schon gefallen. Wer es (wie ich) primär sinfonisch liebt, sollte die Kaufentscheidung besser nach einem Probehören treffen.

Good News vom Matrix-Komponisten Don Davis bietet der gut gemachte Score zu House on Hounted Hill - deutscher Verleihtitel und Starttermin stehen zur Zeit noch nicht fest. Der Film ist ein Remake von William Castles gleichnamigem Film aus dem Jahr 1958. In bundesdeutschen Kinos lief dieser unter den Titeln Das Haus auf dem Geisterhügel und später unter dem dümmeren Die sieben Särge des Dr. Horror.

In William Malones Remake setzt Davis auf eine insgesamt recht ausgewogene und gelungene Mixtur aus orchestralen und elektronischen Klängen nebst gemischtem Chor, Klavier und großer Orgel. Hervorstechend sind die bizarr atonalen Chorsequenzen, bei denen natürlich Goldsmiths Omen und damit letztendlich Igor Strawinsky Pate gestanden hat. Neben Matrix-Anklängen gibt es auch einige Überraschungen: Z. B. das elegante Brahms-Arrangement aus dem Klavierquintett Opus 25 (Track 5), der delikate Walzer in Track 3 sowie die leichten Jazzanklänge in Track 11 Misty Misogamy sind sehr originell und bieten außerdem einen interessanten Kontrast zu den unheilschwangeren Passagen. Sehr reizvoll und atmosphärisch ist auch die geschickt eingesetzte echte Orgel - erfreulicherweise nicht nur deren elektronisches Pendant) -, die im Main Title eine Variation des Dies Irae intoniert. Davis erzeugt neben rein orchestralen Klängen auch Klang-Collagen, indem er elektronische Effekte pfiffig beimischt: Damit steht er in der Konzeption John Debneys End of Days sehr nahe. Der Gesamteindruck ist hier sogar noch etwas positiver: Da es in House on Hounted Hill insgesamt weniger brachial zugeht und es neben Spannungsmusiken auch ruhige, dazu teilweise sehr ansprechend melodische Passagen gibt, erreicht der Komponist hier noch ein Stück mehr Vielseitigkeit. Wegen ein paar Durchhängern im letzten Drittel der CD werden die 4 Punkte aber doch knapp verfehlt. Fazit: Ein überwiegend interessanter und abwechslungsreicher neuer Davis-Score, der außerdem mit fast 55 Minuten Spielzeit attraktiv bestückt ist - nicht nur für Matrix-Fans hörenswert.

Für die Freunde des klassischen Film-Musicals erschienen im Rahmen der Fox-Classic-Serie liebevoll ausgestattete Editionen der beiden Fox-Musicals Rose of Washinton Square und State Fair. Rose of Washington Square (1938) ist in Deutschland meines Wissens bislang nicht gezeigt worden. Mit Al Jolson - dem Jazz Singer aus dem ersten Tonfilm von 1927 - und Alice Faye stammt dieser Film auch noch aus der Frühphase der großen Hollywood-Musicals. Speziell Al Jolsons Beitrag wirkt heutzutage arg pathetisch und überzogen sentimental: Daher dürfte der Titel insgesamt eher etwas für Musical-Spezialisten sein. Überraschend ist die ausgezeichnete Qualität der über 60 Jahre alten Lichtton-Master.

Die beiden Filmversionen des Rodgers-und-Hammerstein-Musicals State Fair (1945 und 1962) hingegen stammen aus der Glanzzeit der Film-Musicals. Beide Fassungen liefen in deutschen Kinos: Die 45er Technicolor-Version mit Charles Winninger und Dana Andrews unter den Titeln Jahrmarkt der Liebe sowie Das bunte Karussell; die 62er CinemaScope-Version mit Ann-Margret und Pat Boone unter dem Titel Texas-Show. Für beide Versionen erarbeitete der langjährige Chef des 20th-Century-Fox-Music-Departments Alfred Newman die Musik-Adaptationen und Arrangements. Newman, dessen Laufbahn als versierter Musical-Arrangeur am Broadway begann, hat sämtliche große Musical-Produktionen der Fox musikalisch betreut, z. B. auch das erste in CinemaScope, There's No Business Like Show Business.

Die CD enthält Musik aus beiden Fassungen. Leider sind aus Platzgründen die Instrumentalstücke der 45er Version nicht enthalten, und einige Passagen der Stereo-Magnetton-Master des 62er Texas-Show sind zwischenzeitlich in nicht mehr restaurierbarem Zustand. Erfreulicherweise enthalten die 62er Auszüge Newmans reizvolles Jazz-Arrangement von It Might As Well Be Spring und das schöne Romance Medley. Überhaupt dürfte diese CD infolge der ansprechenden und auch in Deutschland recht bekannten Songs wie It's a Grand Night for Singing auf ein etwas breiteres Interesse stoßen.

State Fair war interessanterweise das einzige Rodgers-und-Hammerstein-Musical, welches direkt für die Leinwand konzipiert wurde und nicht, wie üblich, von einer Brodway-Produktion adaptiert worden ist. Diese und viele weitere, für Freunde der klassischen Filmmusicals interessante und wichtige Informationen liefert das sorgfältig editierte Booklet: Ebenfalls als sehr gut zu bezeichnen ist die Tonqualität sowohl der Mono- als auch der Stereofassung.

Michael Boldhaus | 26.05.2003
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