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Twilight Zone: The Movie / Under Fire / First Blood
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Twilight Zone: The Movie » Jerry Goldsmith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Twilight Zone: The Movie, 2000

Label: WB (759 923 887)

Komponist: Jerry Goldsmith

Bewertung:
5 von 6 Sternen
5 von 6 Sternen


Laufzeit: 45:24 Min.

Under Fire » Jerry Goldsmith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Under Fire, 2000

Label: WB (759 923 965)

Komponist: Jerry Goldsmith

Bewertung:
6 von 6 Sternen
6 von 6 Sternen


Laufzeit: 44:54 Min.

First Blood » Jerry Goldsmith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: First Blood, 2000

Label: Varèse Sarabande (VSD-6155)

Komponist: Jerry Goldsmith

Bewertung:
5 von 6 Sternen
5 von 6 Sternen


Laufzeit: 40:21 Min.

Drei Goldsmith-Reissues, die sich kein Sammler entgehen lassen sollte! Alle drei Titel stammen aus besten Goldsmith-Filmmusik-Zeiten: First Blood * Rambo (1982), Twilight Zone – The Movie und Under Fire (beide 1983). Die Musiken wurden seinerzeit auf LP veröffentlicht und erlebten später erste Wiederveröffentlichungen auf CD: Under Fire und Twilight Zone – The Movie waren bislang nur als horrend teure Japan-Importe erhältlich. Umso erfreulicher ist, dass die vorliegenden drei Reissues (jeweils im alten LP-Schnitt) preislich im grünen Bereich liegen; Under Fire und Twilight Zone – The Movie sind als Mid-Price-Angebote der deutschen WEA sogar wahre Schnäppchen.

Twilight Zone – The Movie ist ein Episodenfilm, der an Rod Serlings berühmte Science-Fiction-Fantasy-Fernsehserie der Sechziger anknüpft (hierzu siehe auch Twilight Zone). Das bekannteste klingende Markenzeichen der Serie – die Main- und End-Title-Music von Marius Constant – rahmen die neue Filmmusik ein. Goldsmith verlieh den vier sehr unterschiedlichen Episoden ein sehr individuell zugeschnittenes raffiniertes Klanggewand. Die Episoden Kick the Can und Its a Good Life sind im Ausdruck sehr lyrisch gehalten und von eingängiger Melodie dominiert; Nightmare At 20,000 Feet und Time Out hingegen sind mehr von Action-Score-Elementen geprägt. In Time Out ist der Komponist recht experimentell: Die sehr rhythmisch akzentuierte Bartók-nahe Tonschöpfung verwendet keine Streicher und Bläser, sondern ausschließlich Klavier, Synthesizer und ein vielfältig eingesetztes Schlagwerk. In Nightmare At 20,000 Feet spürt man deutlich Anklänge an die ein Jahr zuvor (1982) vorgelegte Musik zu Poltergeist.

Under Fire spielt hauptsächlich in Nicaragua während des Zusammenbruchs der Somoza-Diktatur im Jahr 1979 und ist ein diskussionswürdiger Film über die moralische Verantwortung des Journalisten sowie über Manipulation und Machtmissbrauch der Nachrichtenmedien. Goldsmith Musik enthält vielfältige – nicht speziell auf Nicaragua bezogene – Elemente lateinamerikanischer Folklore, repräsentiert durch herrliche Soli von Gitarren, Pan-Flöten und exotischem Schlagwerk, unterstützt durch sinfonische Klänge und Synthesizer. Der Komponist hat hier eine sehr ausdrucksstarke und auch von eingängiger Melodie geprägte, auf ihre Art perfekte Klangschöpfung geschaffen, die den wechselnden Stimmungen des Films sehr gut entspricht. Die Musik auf dem als (Hör-)Konzert-Album gelungen konzipierten Tonträger bietet auch abseits des Films ein beeindruckendes exotisches Hörerlebnis, das auch vielen zusagen dürfte, denen Filmmusik ansonsten eher schnuppe ist – zweifellos eine Goldsmith-CD mit einiger Breitenwirkung.

First Blood * Rambo machte Hauptdarsteller Sylvester Stallone zum Massenidol und erzeugte in Folge noch zwei Fortsetzungen, die aber deutlich schwächer gerieten als der erste Film. Stallone spielt einen Vietnam-Kämpfer, der aus nichtigem Anlass von einem schurkischen Sheriff schikaniert und gejagt wird. Er liefert diesem und später auch der anrückenden Nationalgarde einen blutigen Privatkrieg. Der in der Tendenz nicht unproblematische Film bietet in jedem Fall eine sehr gute Action-Musik von Jerry Goldsmith. Auch hier gibt es ein melodisch starkes Hauptthema, das der Komponist geschickt in seine sorgfältig und gekonnt ausgearbeitete Tonschöpfung eingearbeitet hat und das auch als ansprechender Final-Song Its a Long Road fungiert. Die Actionpassagen sind besonders kraftvoll und betont martialisch-wuchtig gehalten. Derartiges wurde zum wichtigen musikalischen Vorbild für die späteren Blockbuster-Action-Scores der achtziger Jahre. Speziell in den Bläsereinsätzen und Percussions waren die Musiken zu First Blood und Aliens (James Horner, 1986) wegbereitend.

Obwohl er sich in einem früheren Interview mit Tony Thomas eindeutig gegen den übermäßigen Einsatz von Elektronik in Filmmusik ausgesprochen hat, begann Jerry Goldsmith in den Achtzigern verstärkt den Synthesizer in seinen Kompositionen zu verwenden – seine letzte rein orchestral gehaltene Filmmusik entstand 1985 für King Solomons Mines * König Salomons Diamanten. In den drei hier besprochenen Musiken ist Synthetisches ebenfalls fest integrierter Bestandteil, besonders massiv in Under Fire und Twiligt Zone – The Movie. Im Gegensatz zu verschiedenen anderen Film-Kompositionen, wo Goldsmith – für meine Ohren – eine wenig glückliche Hand im Einsatz des Synthesizers hat, wird dieser in den drei hier vorgestellten Musiken – vielleicht etwas mehr denn notwendig – aber insgesamt doch sehr organisch und damit letztlich überzeugend verwendet.

Auch klangtechnisch gibt keine der drei CDs besonderen Anlass zur Klage. Twilight Zone – The Movie besitzt ein zwar sauberes, aber räumlich wenig tief gestaffeltes Klangbild. Die Booklets enthalten alle einen kurzen Kommentar zur jeweiligen Musik. Der neu verfasste Text von Robert Townson zu Varèses First-Blood-CD ist hier der interessanteste. Die übrigen beiden entsprechen wohl den Cover-Texten der früheren LPs und sind eher Werbung als Information.

Michael Boldhaus | 15.11.2000
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