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Unbreakable / Vertical Limit / Total Recall
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Unbreakable » James Newton Howard  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Unbreakable, 2000

Label: edel (Hollywood) (0122852HWR)

Komponist: James Newton Howard

Bewertung:
4½ von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen


Laufzeit: 45:29 Min.

Vertical Limit » James Newton Howard  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Vertical Limit, 2000

Label: Varèse Sarabande (VSD-6207)

Komponist: James Newton Howard

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 44:33 Min.

Total Recall » Jerry Goldsmith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Total Recall, 2000

Label: Varèse Sarabande (VSD-6197)

Komponist: Jerry Goldsmith

Bewertung:
4½ von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen


Laufzeit: 73:58 Min.

Unbreakable

Nach dem erfolgreichen Mystery-Thriller The Sixth Sense lieferte das erfolgreiche Team unter Leitung des indischen Regisseurs M. Night Shyamalan nun Unbreakable * Unbreakable – Unzerbrechlich, wieder mit Bruce Willis in der Hauptrolle. Auch hierzu hat James Newton Howard einen sehr gelungenen filmmusikalischen Beitrag geliefert.

Atmosphärisch knüpft seine Klangschöpfung deutlich an den filmischen Vorläufer an, wobei dieses Mal die choralen und mystischen Elemente zwar stärker in den Hintergrund gedrängt sind, aber doch spürbar bleiben. Die orchestrale Hauptlast liegt auf den vielseitig eingesetzten Streichern und dem Klavier. Besonders in den subtilen Klavierpassagen wird die Nähe zu Goldsmith spürbar: Man fühlt sich an dessen vergleichbar ruhige Musik-Passagen erinnert, für die A Patch of Blue * Träumende Lippen (1965) nur ein Beispiel ist. Der Grundtenor der Musik zu Unbreakable ist insgesamt eher unaufdringlich und leise. Allerdings geriet das schlichte, jedoch raffinierte Hauptthema bei mir nach mehrfachem Hören geradezu zum Ohrwurm. Dieses Thema ist – entsprechend der Filmhandlung – so geschickt angelegt, dass es sowohl für das glashaft Zerbrechliche (überzeugend durch die Flageolett-Töne der Violinen angedeutet) als auch für das Unzerbrechliche (Heroische) stehen kann. Es begegnet dem Hörer fortwährend in vielfältigen Ausbaustufen und geschickt ausgeführten Variationen; es wirkt dabei zumeist schwebend und geheimnisvoll. Durch den Klang einer entfernten Trompete bekommt ein Fragment des Hauptthemas bereits am Ende des ersten Tracks, Visions, – der nicht in chronologischer Reihenfolge angeordneten Musikstücke – einen heroischen Charakter, der in The Wreck (das Thema erscheint hier erstmals in voller Gestalt) erheblich stärker hervortritt. Im sehr schön klingenden Weightlifting stehen das Unzerbrechliche (Heroische) und das Zerbrechliche einander dezent gegenüber und weisen auf einen (noch verborgenen) Zusammenhang hin. Die an einigen Stellen eingearbeiteten modischen elektronischen Sounds und Rhythmen (z. B. in Visions) sind anfänglich dezent – sie erinnern mich an Vergleichbares der New-Age-Sängerin Enya –, gehen dann allerdings in einen gewohnt poppigen Action-Rhythmus über: wohl nicht aus kommerziellen Überlegungen, sondern vermutlich um den Filmbildern an einigen markanten Stellen ein Stück vorwärtstreibenden Drive zu erteilen.

Unbreakable ist eine insgesamt feinfühlige und sehr überzeugende Filmmusik: diese ist dazu sehr delikat und gehört zweifellos zum Edlen in Sachen Kino-Komposition des vergangenen Jahres. James Newton Howard dürfte hierfür einige Knochenarbeit investiert haben. Seine Musik funktioniert hervorragend im Film und ist – auch allein von der CD gehört – nicht ausschließlich für eingefleischte James-Newton-Howard-Fans interessant, nicht zuletzt, weil sie einige Ohrwurm-Qualitäten besitzt.

Vertical Limit

Eine Rettungsaktion am zweithöchsten Berg der Erde, dem K 2 im Himalaya-Gebirge, schildert der Film Vertical Limit, der am 25.1.2001 in den deutschen Kinos startet. James Newton Howard lieferte für dieses Action-Spektakel einen eher routinierten Musikbeitrag, allerdings auf durchaus solidem Niveau. Das Ganze ist ein wenig ein Konglomerat aus bereits Bekanntem: Einiges erinnert an seine Tonschöpfung zu Dinosaurier und ein Hauch vom Schnee der auf Zedern fällt sowie von Unbreakable ist ebenfalls spürbar. Zusammengehalten wird die Komposition durch ein kraftvolles episches Abenteuer-Hauptthema, das besonders an Dinosaurier erinnert. Leider findet der asiatische Schauplatz musikalisch kaum eine angemessene Entsprechung, die thematische Arbeit ist relativ schwach ausgeprägt; die Musik konzentriert sich überwiegend auf eher rhythmisch geprägte Action-Cues und zeigt auch einige Durchhänger. Insgesamt ist sie zwar sauber gearbeitet, dabei jedoch keinesfalls ungewöhnlich; die Klänge entstammen weitgehend der mittlerweile fast schon altbekannten Goldsmith-Rambo-Schule. Was solls, für eine ein Stück oberhalb des soliden Durchschnitts angesiedelte unterhaltsame Hör-CD reicht das Gebotene allemal.

Total Recall

Die Komposition zu Total Recall * Total Recall - Die totale Erinnerung (1990) war für Jerry Goldsmith zugleich die erste Zusammenarbeit mit dem Regisseur Paul Verhoeven. In gewisser Weise ist diese Klangschöpfung ein Pendant zu einem zweiten, ebenfalls richtungsweisenden Action-Score der 80er Jahre, zu First Blood * Rambo (1982). Damals setzte der Komponist das Schwergewicht auf kraftvolle Bläsereinsätze und ausgeprägte Perkussion, in Totall Recall hingegen experimentierte er verstärkt mit Kombinationen aus orchestralen und vielfältigen synthetischen Klängen sowie entsprechend erzeugten rhythmischen Elementen. Es handelt sich zweifellos um eine sehr ausgefeilte Arbeit, die zudem richtungsweisend für viele stärker auf Elektronik ausgerichtete Scores (nicht nur) der 90er Jahre gewesen ist. Das ausführende National Philharmonic Orchestra ist ein edler Klangkörper, der auch hier mit brillantem und äußerst exaktem Spiel überzeugt. Originell ist das
eindeutige Conan-Zitat (in The Dream) für Arnold Schwarzenegger, den Protagonisten der Action-Film-Handlung.

Zwar ist diese Filmmusik sehr synthetisch geraten, was aber im Rahmen der ebenso fantastisch und künstlich wirkenden Schauplätze des Films absolut seine Berechtigung hat – im Schluss-Track (A New Life) tritt das Elektronische zugunsten einer orchestralen Schluss-Apotheose denn auch deutlich zurück. Abseits des Films vermag mich die Klangschöpfung wegen der dominierenden Synthesizer-Einsätze nicht voll zu überzeugen, aber das ist letztlich auch eine Frage des Geschmacks. Was der Komposition gegenüber der zu First Blood allerdings schon etwas zum Nachteil gereicht, ist das Fehlen eines einprägsamen Hauptthemas und dem entsprechend ein Mangel an thematischer Orchesterarbeit. Daher bleibt für diese Klangschöpfung nur ein Platz hinter First Blood und somit 4,5 Sterne.

Zum Filmstart veröffentlichte Varèse bereits ein CD-Album mit rund 40 Minuten Material. Jetzt hat Robert Townson eine um 17 Tracks und damit um über 30 Minuten verlängerte Deluxe-Edition – dazu in deutlich verbesserter Tonqualität – vorgelegt, die Fans dieses Scores begeistern dürfte. Nach dem Schluss-Track New Life gibt es noch eine Art hidden feature in Form eines nicht näher erwähnten kurzen Vokal-Stückes: Es handelt es sich hier um einen der originellen source cues, die Goldsmith für die im Film verschiedentlich im Hintergrund ablaufenden Commercials komponiert hat. Abgerundet wird der positive Eindruck dieser neuen (wohl definitiven) CD-Ausgabe von Total Recall durch ein informatives Booklet – was will man mehr?

Michael Boldhaus | 09.01.2000
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