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Last of the Mohicans
Trevor Jones und Randy Edelmans Musik zu Last of the Mohicans* Der letzte Mohikaner (1993) vermochte mich bereits im Film – abgesehen vom gelungenen Hauptthema – weniger zu überzeugen. Erfreulicherweise hat Joel McNeely in seiner Neueinspielung die elektronischen Elemente der Musik weggelassen und die Komposition konsequent sinfonisiert. Dies wertet das Ganze zwar ein Stück auf, eine Reihe von Schwächen der Musik vermag aber auch die saubere Interpretation des Royal Scottish National Orchestras nicht zu überdecken. Neben dem guten Hauptthema, dessen Verarbeitung im Verlauf der Musik aber nur recht simpel genannt werden kann, wird wenig zusätzlich Interessantes geboten. Insgesamt gibt es schon ein paar nette Momente, aber das Ganze plätschert über längere Strecken doch ein wenig farblos und ermüdend dahin. Eigentlich hätte eine etwa 15minütige Suite für einen Sampler ausgereicht. Die Tontechnik hat tadellos gearbeitet, das Booklet bietet immerhin vier Seiten mit ordentlichen Informationen zum Film und der Musik. Unter Berücksichtigung der ansprechenden Präsentation halte ich eine Einordnung im Bereich des soliden Durchschnitts für noch vertretbar.
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Lover’s Prayer
Ein deutliches Stück mehr nach oben zeigt der Daumen bei Joel McNeelys Komposition zur Fernseh-Verfilmung Lover’s Prayer. Die sehr romantische, nicht bombastische Musik hat in weiten Teilen den Touch der romantischen Klavierkonzerte des Neunzehnten Jahrhunderts; stellenweise ist ein Hauch von Schumann und dem reifen Beethoven, gewürzt mit ein wenig russischem Flair spürbar. Es gibt ein schönes, leicht melancholisches Hauptthema, das als Leitmotiv die Komposition durchzieht und gekonnt variiert wird. Es kommt erfreulicherweise keine Monotonie oder Langeweile auf; die Tonschöpfung ist durchdacht und wirkt nicht uninspiriert. Die Grundstimmung der Musik ist warm und dabei ein wenig elegisch und schicksalhaft. Sehr schön wirken die vielfältigen Instrumental-Soli in dieser insgesamt eher intim und klassizistisch gehaltenen Musik. Die Komposition ist handwerklich nicht allein auf sehr solidem Niveau angesiedelt, sie zeichnet sich dazu auch durch spürbare Klasse aus. Das London Chamber Orchestra unter der Leitung des Komponisten liefert eine sehr ansprechende Interpretation und auch die Tontechnik arbeitete makellos.
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Nurse Betty
Rolfe Kents Score zu Nurse Betty ist auf der Varèse-CD ein Anteil von rund 28 Minuten eingeräumt; aufgefüllt zur angegebenen Spielzeit von rund 47 Minuten wurde mit 7 Songs. Streicher, Klavier und Holzbläser geben den Ton an. Gelegentlich wird auch ein wenig Synthesizer eingesetzt. Die romantische und auch etwas melancholische Musik erinnert an Allan Silvestris Komposition zu Forrest Gump. Ein insgesamt recht ansprechender, ruhiger und weitgehend unterhaltsamer Score, der auf einem sehr eingängigen Hauptthema basiert. Sicher keine aufregende, aber auch keine schlechte Film-Musik: unterm Strich, solider Durchschnitt. Originellerweise dirigiert hier William Stromberg das Orchester, der ja für seine zum größten Teil hervorragenden Einspielungen von Musik des Golden Age auf dem Marco-Polo-Label bekannt ist.
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Mansfield Park
Lesley Barbers Musik zur Verfilmung des Jane-Austin-Romans Mansfield Park ist recht intim gehalten. Seine Tonschöpfung steht sehr unter dem Eindruck der Musik-Stile des späten 18ten und frühen 19ten Jahrhundert. Das serenadenhafte Hauptthema wird im Rahmen der Komposition einfallsreich verarbeitet. Vereinzelt sind in der Musik aber auch afrikanische Stilelemente und Rhythmen spürbar – ein afrikanischer Song, „Slavery“, beschließt die CD. Der Tonfall ist zumeist kammermusikalisch intim; Klavier, differenziert eingesetzte Streicher und verschiedentlich Harfe werden eingesetzt. Daneben gibt es immer wieder sehr gelungene und auch originelle Einfälle, z.B. in den dezent, dabei aber raffiniert funkelnden „Fireworks“ und in „Glass“, wo die seltener zu hörende Glasharfe erklingt. Der Stil der Musik ist meist romantisch mit klassizistischen Einsprengseln, dazu melancholisch, vereinzelt aber auch dramatisch, wie in „Paying for the Party“, wo einer dissonanten Variante des Hauptthemas ethnische Vokal-Soli beigemixt sind.
Ich habe mich erst nach mehrmaligem Hören richtig mit der Musik anfreunden können, anfangs wirkte diese auf mich etwas langweilig. Nun, wieder einmal der Beweis dafür, dass der erste Eindruck nicht immer der richtige ist. Barbers Musik zu Mansfield Park geht vielleicht nicht so unmittelbar ins Ohr wie Lover’s Prayer, erweist sich aber nach etwas Anlaufzeit als annähernd gleichwertig.
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