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Le Temps Retrouvé / Into the Arms of Strangers / The Legend of Bagger Vance / ...
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Le Temps Retrouvé » Jorge Arriagada  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Le Temps Retrouvé, 2001

Label: EMI (Virgin) (5 45355 2)

Komponist: Jorge Arriagada

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 45:30 Min.

Into the Arms of Strangers » Lee Holdridge  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Into the Arms of Strangers, 2000

Label: Chapter III (GCE 1006-2)

Komponist: Lee Holdridge

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 42:30 Min.

The Legend of Bagger Vance » Rachel Portman  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Legend of Bagger Vance, 2001

Label: Chapter III (GCE 1009-2)

Komponist: Rachel Portman

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 47:48 Min.

Les Misérablès » Jean-Claude Petit  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Les Misérablès, 2000

Label: Madoro Music (K1042)

Komponist: Jean-Claude Petit

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 43:38 Min.

Le Temps Retrouvé

Seit dem 18. Januar 2001 läuft in den deutschen Kinos Le Temps Retrouvé * Die wiedergefundene Zeit (Regie Raúl Ruiz) nach dem gleichnamigen Roman von Marcel Proust. Der mit Leinwandstars wie Catherine Deneuve und John Malkovich realisierte Film entwirft in den Erinnerungen eines Sterbenden ein Zeit- und Gesellschaftsporträt des frühen 20. Jahrhunderts. Jorge Arrigada hat für den Film eine überwiegend sehr sparsam instrumentierte, in vielem recht delikat gearbeitete Musikuntermalung geliefert. Stilistisch pendelt die Musik zwischen klassizistisch orientierten Stücken (dazu ein paar Originale), einem Hauch von Erik Satie und Anleihen bei der Salon- und Unterhaltungsmusik der Epoche. Delikat ist das im ersten Track als Vokalise (wortlose Frauenstimme über dem Orchester) gestaltete melancholische Hauptthema - es erinnert im Ausdruck an die Vokalise von Rachmaninoff. Neben einigen Solostücken des Pianos wird vorwiegend auf der Basis von Salon-Besetzungen musiziert. Gelegentlich treten weitere Instrumente, vorwiegend Streicher, hinzu und erzeugen einen üppigeren Klang. Einem Track verleihen die hohen Streicherlagen sogar eine Lohengrin-ähnliche Stimmung. Alles in allem ist Le Temps Retrouvé eine sehr angenehm anhörbare, intime Tonschöpfung mit recht abwechslungsreichem musikalischen Programm - etwas für den kleinen Hunger zwischendurch.

Into the Arms of Strangers

Lee Holdridge komponierte die Musik zum Dokumentarfilm Into the Arms of Strangers - Stories of the Kindertransport * Kindertransport in eine fremde Welt. Es geht um ein wenig bekanntes Kapitel des Pre-Holocaust. Vor Kriegsausbruch wurden deutsch-jüdische Kinder von ihren Familien im Rahmen einer Reihe humanitär organisierter Kindertransporte in die Obhut englischer Familien und damit in Sicherheit gebracht. Der Komponist versucht, die Emotionen der Kinder in subtil gearbeiteten Orchester-Stücken (Score-Anteil der CD rund 28 Minuten) und einer Reihe von jüdischen und deutschen Kinderliedern, die aus geeigneten Archivaufnahmen rekrutiert wurden, widerzuspiegeln. Lee Holdridge zeigt hier, wieder einmal, alle Qualitäten eines versiertern und routinierten Orchesterhandwerkers, der zusätzlich über eine gehörige Portion melodisches Talent verfügt. Speziell letzteres macht die meisten seiner Tonschöpfungen auch für den wenig geübten Hörer meist leicht zugänglich. Der Komponist verwendet einen transparenten Orchestersatz mit Holzbläsern (Klarinette und Flöte), Klavier und Streichern. Die Musik verfügt über ein lyrisch-melancholisches Hauptthema, das ein wenig vom Charme eines Kinderliedes hat; verarbeitet werden aber auch einige Themen jiddischer Folklore. Hier präsentiert sich eine wenig spektakulär auftretende Filmmusik, die jedoch keineswegs langweilig oder uninteressant, sondern vielmehr feinfühlig und stimmungsvoll ist (Vertrieb über in-akustik: www.in-akustik.de).

The Legend of Bagger Vance

Eine Story aus dem Golf-Sport schildert der Film The Legend of Bagger Vance, für den Rachel Portman die Musik schrieb. (Die Komponistin erhielt 1999 für The Cider House Rules * Gottes Werk und Teufels Beitrag eine Oscar-Nominierung.) Auch hier bestimmen Instrumental-Soli von (hauptsächlich) Klavier neben Klarinette und Harfe auf Streicherteppich das Programm. Als zusätzliche Farbtupfer treten diesmal noch Trompete und Posaune hinzu. Neben einem schönen Hauptthema - das deutlich an das zu The Cider House Rules erinnert (welches seinerseits an Emma angelehnt ist) - gibt es einige besonders reizvolle Musik-Passagen und dazu auch einige nette Momente comic-haften Mickey-Mousings durch die Posaune. The Legend of Bagger Vance ist nicht uninspiriert, bewegt sich allerdings in mittlerweile doch schon etwas ausgetretenen Bahnen. Dabei ist die Ton-Schöpfung ein wenig abwechslungsreicher als die zu The Cider House Rules; ebenfalls sehr klangschön und auch handwerklich sehr solide gearbeitet. Wer den immer gut anhörbaren Stil Rachel Portmans mag, der kann auch hier ganz beruhigt zugreifen. Von den knapp 48 Minuten Spielzeit der CD entfallen auf den Score-Anteil rund 40 Minuten; den Rest teilen sich drei Jazz-Source-Cues (Vertrieb über in-akustik: www.in-akustik.de).

Les Misérablès

Zur kürzlich auf RTL präsentierten französischen Fernseh-Produktion nach Victor Hugos berühmtem Roman um menschliche Niedertracht und Habgier, Les Misérablès, - mit Gerard Depardieu in der Hauptrolle - lieferte Jean-Claude Petit die Musik-Ausstattung. Petit dürfte manchem Leser vielleicht durch seine Musik zu Cyrano von Bergerac (1990) - ebenfalls mit Gerard Depardieu - bekannt sein. Ebenso wie in dieser Kino-Komposition erweist er sich auch mit seiner Ton-Schöpfung zu Les Miserablés als souveräner Könner des Metiers orchestrale Filmmusik. Jean-Claude Petits Musik mutet beim ersten Hören streckenweise etwas trocken an. Bei der Fernsehausstrahlung des Films ist mir die Musik - wohl daher - kaum ins Bewusstsein gedrungen. Von der CD allerdings ging sie mir - besonders nach mehrmaligem Hören - angenehm ins Ohr. Es handelt sich um eine sehr penibel ausgearbeitete, eher intime, romantische Orchester-Partitur, die auf Zeitkolorit wenig Rücksicht nimmt. Diese offenbart dem etwas geduldigen Hörer neben anfänglich etwas spröden Partien auch mehrere schöne Themen in gekonnter Instrumentation. Empfehlenswert für alle, die nicht primär auf das Bombastische aus sind (erhältlich als Import bei Harmonia Mundi: www.harmoniamundi.com).

Michael Boldhaus | 07.03.2001
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