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Aliens (The Deluxe Edition) / Pavilion of Women / The Dish
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Aliens (The Deluxe Edition) » James Horner  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Aliens (The Deluxe Edition), 2001

Label: Varèse (VSD 6241)

Komponist: James Horner

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 75:44 Min.

Pavilion of Women » Conrad Pope  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Pavilion of Women, 2001

Label: Varèse (VSD 6245)

Komponist: Conrad Pope

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 52:27 Min.

The Dish » Edmund Choi  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Dish, 2001

Label: Varèse (VSD 6226)

Komponist: Edmund Choi

Bewertung:
3 von 6 Sternen
3 von 6 Sternen


Laufzeit: 55:33 Min.

Aliens (The Deluxe Edition)

Gleich vorweg: Die Horner-Fans werden mit dem neuen Deluxe-Album zu Aliens exzellent bedient. Die Edition ist ähnlich sorgfältig gestaltet wie die zu Goldsmiths Total Recall, wobei auch klanglich alles zum Besten steht.

Regisseur James Cameron hat sich in der musikdramaturgischen Gestaltung von Aliens gegenüber dem von James Horner ausgearbeiteten Konzept gewaltige Freiheiten genommen! Fast nichts ist im Film so eingesetzt worden, wie vom Komponisten beabsichtigt: Der Regisseur hat vielmehr die Musik weitgehend zerlegt, völlig neu zusammengefügt und dabei auch Teile mehrfach wiederholt. (Horner hat ja verschiedentlich geäußert, dass er mit der Arbeit an Aliens wenig glücklich war, obwohl dies seine erste Oskar-Nominierung geworden ist). Die Deluxe-Edition präsentiert den Score jetzt in der von Horner vorgesehenen Form und stellt damit gewissermaßen Historical-Correctness her.

Bereits 1986, als der Film in den Kinos gezeigt wurde, hat mich die Aliens-Musik nicht übermäßig beeindrucken können. Auch wenn ich die wichtige Vorbildfunktion dieser Komposition - speziell in den Einsätzen der Bläser und Percussions - und auch die von First Blood * Rambo (Jerry Goldsmith) für die späteren Action-Scores nicht übersehe, die grundlegenden Schwächen sind nicht zu überhören.

Horner knüpft in seiner Musik zum Alien-Sequel an Goldsmiths Alien-Score an. Grundsätzlich ist das völlig in Ordnung und auch sinnvoll, allerdings gelingt es ihm nur ganz vereinzelt, sich vom Vorbild zu lösen und zu eigenen, überzeugenden musikalischen Lösungen zu gelangen. Im Film ist die Musik zweifellos funktional, davon gelöst empfinde ich große Teile des Scores jedoch wenig abwechslungsreich und daher recht ermüdend. Die Mängel zeigen sich besonders deutlich, wenn man mit den Musiken zu First Blood und auch Total Recall eingehender vergleicht. Die Percussions in Aliens sind erheblich simpler gehalten als vergleichbares in First Blood und auch die Synthesizer-Einsätze schneiden gegenüber denen in Total Recall erheblich schwächer ab.

Und atmosphärisch? Nun, in diesem Punkt ist Aliens zwar passabel, es klingt aber eben fast immer überdeutlich nach Goldsmith, ohne das große Vorbild (Alien) zu erreichen, geschweige denn hinter sich zu lassen. Dies soll Horners Musik keinesfalls zu stark abwerten, solides Handwerk liegt hier sicherlich vor. Aber abgesehen von einzelnen Passagen ragt seine Aliens-Musik darüber kaum hinaus. Insofern handelt es sich für mich um einen ordentlichen 3,5-Sterne-Score. Für Fans der Musik ist diese Deluxe-Edition allerdings zweifellos ein Schmankerl!

Pavilion of Women

Conrad Pope - der übrigens in München Komposition studierte - hat bislang vor allem als Orchestrator für Alan Silvestri, James Horner und auch John Williams gearbeitet, z. B. bei Sleepy Hollow und Jurassic Park: Lost World. Seine Filmmusik zum Fernost-Drama Pavilion of Women bietet schön eingefangene fernöstliche Klang-Exotik, dazu Chöre auf sehr solide gearbeitetem Orchester-Fundament - ein Hauch von Empire of the Sun (Williams) ist spürbar. Pope hat hier (in nur drei Wochen) eine durchaus stimmungsvolle, gut klingende Filmkomposition geschaffen, die auch dramatische Akzente der Filmhandlung überzeugend widerspiegelt. Insofern ist die Klang-Schöpfung zu Pavilion of Women eine weitgehend runde Angelegenheit, der man noch einen Schuss mehr an melodischer Inspiration gewünscht hätte. Den recht klassischen Touch unterstreicht die Sopranistin Eva Marton mit einer berühmten Arie aus Puccinis Oper Madame Butterfly (Und bel dì vedremo / Eines Tages sehen wir...).

Unterm Strich kann man Conrad Pope aber zu seinem filmmusikalischen Album-Debüt gratulieren und darf auf zukünftige Veröffentlichungen gespannt sein. Wer mehr über den Komponisten erfahren möchte, dem seien die beiden folgenden Links empfohlen:

www.tracksounds.com/specialfeatures/Interviews/interviewcp.htm

www.cortelu.com/conrad_pope.htm

The Dish

In The Dish geht es um die australische Beteiligung an der Appollo-11-Mission von 1969, bei der erstmals ein Mensch den Mond betrat. Eine riesige Satelliten-Antenne in Parkes bei Sydney - genannt The Dish - spielte dabei eine wichtige Rolle ...

Von der recht langen Spielzeit der Varèse-CD sollte man sich nicht blenden lassen, der Score-Anteil beträgt gerade mal rund 26 Minuten, den Rest bestreiten Songs. Edmund Choi, der Komponist der Musik, hat sich stilistisch stark an James Horner orientiert. Vokalisierende Knabenchöre (Australian Boys Choir) und das Melbourne Symphony Orchestra schlagen zum Teil leicht heroisch-pathetische, wie auch komödiantische Töne an. Dabei herausgekommen ist ein nettes, aber sicherlich nicht besonders aufregendes Filmmusik-Album.

Michael Boldhaus | 30.05.2001
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