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Proof of Life / Tiger & Dragon (Crouching Tiger, Hidden Dragon) / ...
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Proof of Life » Danny Elfman  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Proof of Life, 2000

Label: Varèse (VSD-6208)

Komponist: Danny Elfman

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 30:13 Min.

Tiger & Dragon (Crouching Tiger, Hidden Dragon) » Dun Tan  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Tiger & Dragon (Crouching Tiger, Hidden Dragon), 2000

Label: Sony (SK 89347)

Komponist: Dun Tan

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 50:13 Min.

An Everlasting Piece » Hans Zimmer  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: An Everlasting Piece, 2000

Label: Varèse (VSD-6202)

Komponist: Hans Zimmer

Bewertung:
3 von 6 Sternen
3 von 6 Sternen


Laufzeit: 41:53 Min.

Proof of Life

Im Film Proof of Life * Lebenszeichen – Proof of Life von Regisseur Taylor Hackford geht es um einen Entführungsfall in Kolumbien. Russel Crowe (Gladiator) spielt hier einen Vermittler, der sich in die Frau der Geisel (dargestellt von Meg Ryan) verliebt. Der Film wird voraussichtlich am 12. April 2001 in Deutschland anlaufen.

Danny Elfman knüpft musikalisch zwar bei Under Fire (Goldsmith) und auch ein wenig bei Ché (Lalo Schifrin) an, seine Komposition ist jedoch deutlich weniger romantisch angelegt. ähnlich wie Goldsmith verwendet er neben dem Orchester viel Synthetisches, wobei hier in besonders ausgeprägtem Maße Synthesizer-Rhythmen und auch Samples vorherrschen; das Orchestrale hingegen wirkt in Proof of Life eher als Beiwerk. Die Mixtur ist sicherlich nicht ungeschickt gemacht und speziell die Electronic-Sounds sind hörbar ausgefeilt; unter dem Strich dominieren (für meinen Geschmack) allerdings die synthetischen Elemente zu sehr in einer – zumindest im vorliegenden kurzen CD-Schnitt – handwerklich sorgfältigen, aber sicher nicht außergewöhnlichen Filmmusik, deren Hauptteil aus reinem Action-Underscoring besteht, das ein besonders deutlich hörbares Vorbild, Total Recall * Total Recall – Die totale Erinnerung, an Vielseitigkeit und Raffinesse nicht erreicht. Zwar kommen eine Reihe klangschöner latein-amerikanisch klingender Passagen vor, aber der Tonschöpfung fehlt ein vergleichbar mitreißendes melodisches Themen-Gerüst wie der zu Under Fire – überhaupt wirkt die Komposition in Teilen mehr wie eine Klangcollage denn als Musik. Mir hat der am wenigsten synthetisch geprägte Schluss-Track am besten gefallen, aber das ist – wieder einmal – primär Geschmacksache. Was im Film gut funktionieren mag, dürfte jedoch auf der vorliegenden CD vielen Hörern durch seinen Mangel an sinnlicher Melodie keine annähernd gleiche Freude bereiten, wie die ein Stück verwandte Tonschöpfung zu Under Fire.

Das Booklet ist wie leider häufig bei Varèse frei von Informationen zu Film und Komposition. Die Einspielung erfolgte in den USA, die hieraus resultierenden hohen Kosten für die Wiederverwendungsrechte erklären die knappe Spieldauer der CD. Vorbildlich geraten ist das Klangbild, gewohnt schlicht kommt hingegen das Booklet daher.

Tiger & Dragon (Crouching Tiger, Hidden Dragon)

Regisseur Ang Lees (Ride with the Devil, Sense and Sensibility) neuer Film Tiger & Dragon (Crouching Tiger, Hidden Dragon) ging am 10.1.2001 in Deutschland an den Kinostart. Vor der Kulisse des alten kaiserlichen China der Ching-Dynastie erzählt der Film seine Martial-Arts-Action-Geschichte: Zwei Frauen, beide Meisterinnen des Kampfes, stehen sich gegenüber.

Die Filmmusik des chinesischen Komponisten Tan Dun verschmilzt kunstvoll die westliche und fernöstliche Tonsprache miteinander; Celli-Soli spielen hier eine wichtige Rolle (Solist Yo-Yo Ma). Das Resultat erinnert deutlich an die Musik von John Williams zu Seven Years in Tibet – wo der berühmte Cellist ebenfalls mitwirkte. Ein auch für westliche Ohren eingängiges Hauptthema durchzieht die überaus gekonnt und auch hörbar intelligent ausgearbeitete Filmmusik, wobei nicht allein traditionelle fernöstliche Instrumente das vielfältige exotische Klangkolorit erzeugen – auch die Cello-Passagen klingen teilweise sehr fernöstlich. Der musikalische Blick von John Williams war eher von Westen nach Osten, der von Tan Dun hingegen ist hörbar gegenläufig von Osten nach Westen gerichtet. Als leichtgewichtige Zugabe gibt es noch den Titelsong A Love Before Time in zwei Versionen: sowohl in Englisch als auch in Mandarin, gesungen von der chinesischen Pop-Sängerin Coco Lee. Die Sony-Aufnahmetechnik ist von gewohnt hohem Standard; das Booklet bietet wenig Informationen.

Insgesamt ist die Komposition zu Tiger & Dragon eine durchaus anspruchsvolle interessante und zugleich sehr ansprechende Filmmusik. Wer die noch ein Stück vielseitigere Musik zu Sieben Jahre in Tibet von John Williams mag, dürfte auch von Tan Duns Klangschöpfung nicht enttäuscht werden.

An Everlasting Piece

Für die Musik zur Film-Comedy An Everlasting Piece von Regisseur Barry Levinson dürfte Hans Zimmer mit in irischer Folklore erfahrenen Musikern zusammengearbeitet haben. Ob es sich bei der auf dem CD-Cover genannten Formation, The Jigs, um eine reine Media-Ventures-Gründung handelt – zumindest zwei der Spieler (Jeff Rona und Heitor Pereira) sind dem Hause Zimmer zuzuordnen –, ist mir nicht bekannt.

Die Klangschöpfung verwendet ein sehr eingängiges Thema (vermutlich ein irisches Traditional oder darauf basierend) als Leitmotiv, das in einfachen Variationen den Score durchzieht; überwiegend wird auf traditionellen irischen Instrumenten gespielt. Hans Zimmer hat dazu eine Reihe poppig-rockige rhythmische Akzente und in Teilen auch dezent Elektronisches hinzugemixt. Das Resultat kann (wohl bewusst) keine Sinfonik sein, sondern entspricht eher einer Synthese aus irisch-folkloristisch Anmutendem und Popmusik-Elementen: Keine große Filmmusik im üblichen Sinne, aber hübsch und recht stimmungsvoll gemacht und für den Film wohl auch angemessen. Wer ein wenig Zimmer-like aufgepeppte, dabei teilweise etwas schräg anmutende irische Folklore mag, kann hier beruhigt zugreifen. Der Klang ist von Seiten der Technik gut eingefangen worden, das Booklet hingegen enttäuscht durch fehlende Informationen.

Michael Boldhaus | 17.01.2001
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