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Road to Perdition
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Road to Perdition » Thomas Newman  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Road to Perdition, 2002

Label: Decca (917 167-2)

Komponist: Thomas Newman

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 70:25 Min.

Road to Perdition

Auch zum neuen Film von Starregisseur Sam Mendes (American Beauty), der düsteren Gangster-Ballade Road to Perdition, komponierte Thomas Newman die Filmmusik. Er zählt sicherlich zu den begabtesten modernen Filmkomponisten. Thomas entstammt einer berühmten Komponisten-Dynastie, deren Begründer Lionel, Emil und allen voran der berühmte Alfred Newman bereits im Golden Age Filmmusikgeschichte geschrieben haben.

Thomas Newman ist des großen Alfred jüngster Sohn und hat sein Talent bislang Filmen sehr unterschiedlicher Genres zur Verfügung gestellt, z. B. The Player (1992, Regie: Robert Altman), Fried Green Tomatoes * Grüne Tomaten (1991, Regie: Jon Avnet), Phenomenon * Phenomenon - Das Unmögliche wird wahr (1996, Regie: Jon Turteltaub), Mad City (1997, Regie: Costa-Gavras), Oscar & Lucinda (1997, Regie: Gillian Armstrong), natürlich American Beauty (1999, Regie: Sam Mendes) und auch Erin Brockovich (2000, Regie: Steven Soderbergh).

Seine Klangkonzeptionen sind meist recht avantgardistisch gehalten. Neben Einflüssen des New Age (Weltmusik) - in Form meditativer Sounds - wirken Minimalismen und warme Streichersätze zusammen mit geräuschartigen Klängen, Effekten und Rhythmen, die zum Teil mit ausgefallenem Instrumentarium und auch Vokal erzeugt werden. Thematisch-motivische Bezüge treten häufig gegenüber einem ausgeprägt experimentellen Charakter in den Hintergrund. Daraus resultiert eine in der Regel wenig sentimentale, dafür überwiegend atmosphärische, aus Klangflächen und -räumen, Minimalismen und Klangcollagen bestehende Filmkomposition. Diese erweist sich im Zusammenwirken mit den Filmbildern zwar meist als hochwirksam, wirkt jedoch ohne den zugehörigen szenischen Bezug oftmals allein bruchstückhaft und monoton. Derartiges ist von den allermeisten Musikhörern nur äußerst schwierig erfassbar und daher primär für Verehrer des Komponisten von Interesse.

Aus den genannten Gründen dürften z. B. die Alben In the Bedroom und The Salton Sea bei vielen Filmmusikfreunden als kaum anhörbar eingestuft werden. In seiner düster-melancholischen Musik zu Road to Perdition arbeitet Newman jedoch (ähnlich wie in The Shawshank Redemption) stärker thematisch und auch sinfonisch. Damit bietet der Komponist dem Interessenten zugleich stärker Fassliches, an welchem sich Hörqualität festmachen lässt. Zum verstärkt positiven Höreindruck tragen hier aber auch die recht vielseitig eingearbeiteten ethnischen Einflüsse bei, welche die irischen Wurzeln der Hauptcharaktere symbolisieren.

Mit Hilfe des CD-Spielers kann man aus dem langen Albumschnitt gut fließende Suiten variabler Länge programmieren, die der jeweiligen Stimmung und (Hör-)Laune optimal angepasst werden können und zugleich die traurige Atmosphäre des Films überzeugend in Erinnerung rufen. Für den Einsteiger empfiehlt sich z. B. folgender betont lyrischer etwa viertelstündiger den Appetit anregender Happen aus den Tracks Rock Island 1931, Wake, Just the Feller, Road to Chicago, The Farm und Cathedral.

Das rund 70-minütige Album bietet neben rund 60 Minuten Score einige (entsprechend historisch klingende) Original-Jazz-Cues der 30er. Origineller Schlusspunkt der CD ist das im Film von Tom Hanks und Paul Newman vorgetragene Piano-Duett.

Michael Boldhaus | 12.09.2002
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