Cinemusic.de - Zurück zur Startseite
The Ballad of Cable Hogue / Joe Versus the Volcano
Menü anzeigen

The Ballad of Cable Hogue » Jerry Goldsmith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Ballad of Cable Hogue, 2002

Label: Varèse Club (VCL 0502 1007)

Komponist: Jerry Goldsmith

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 37:00 Min.

Joe Versus the Volcano » Georges Delerue  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Joe Versus the Volcano, 2002

Label: Varèse Masters (FM SRS 2014)

Komponist: Georges Delerue

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 48:19 Min.

The Ballad of Cable Hogue

Samuel Peckinpahs The Ballad of Cable Hogue * Abgerechnet wird zum Schluss (1970) kam im Kielwasser seines berühmten Spätwesterns The Wild Bunch in die Kinos. Die Story hat märchenhaft schrulligen Touch. Es geht um den heruntergekommenen Prospector Cable Hogue, der von seinen Kumpanen beraubt und in der Wüste im Stich gelassen eine Wasserader entdeckt. Dies wird anfänglich sein Glück: Er gründet die Postkutschenstation Cable Springs und verliebt sich in die Prostituierte Hildy. Am Schluss allerdings wird er Opfer des anbrechenden 20. Jahrhunderts, durch einen tödlichen Unfall mit einem Automobil.

Jerry Goldsmith komponierte zur etwas skurrilen Story eine sehr charmante, leichte Filmmusik, die stark dem Country-Idiom verhaftet ist; bei der aber trotz Copland-Americana-Anklängen klar der Goldsmith-Personalstil spürbar ist. Dem widerspricht auch nicht die Tatsache, dass der Komponist neben dem in Zusammenarbeit mit Richard Gillis komponierten zentralen Song Tomorrow Is the Song I Sing zwei weitere Songs von Gillis (der die Lieder übrigens auch interpretiert) gekonnt eingearbeitet hat. Tomorrow Is the Song I Sing ist Basis des Scores, eine sehr schöne und mitreißende Melodie, die auf Thema-Variations-Basis einfallsreich und witzig verarbeitet wird. Auch die beiden anderen Lieder fügen sich bruchlos mit dem Rest zu einem (auch als reines Höralbum) sehr schön fließenden und stimmungsvollen Ganzen zusammen. Die Songs stehen Vergleichbarem von Cat Stevens und Bob Dylan nahe.

Der eingesetzte Klangkörper ist hier kein Sinfonieorchester, sondern ein mit folkloristischen Instrumenten (wie Banjo, Gitarre, Mundharmonika und Maultrommel) zusammengesetztes Ensemble, das durch eine kleine Streichergruppe ergänzt wird. Im folkigen Idiom zeigt die Musik ausgeprägte Verwandtschaft zu Lilies of the Field * Die Lilien auf dem Felde (1963), zum hochwertigen The Flim-Flam Man (1967) und auch zur (eindeutig schwächeren) Musik zum blassen Remake des John-Ford-Western-Klassikers Stagecoach * San Fernando aus dem Jahr 1966. In den folkloristischen Einsprengseln des eindeutig sinfonischen Scores zu Wild Rovers (1971) bleibt The Ballad of Cable Hogue ebenfalls spürbar.

Klanglich steht alles zum Besten und auch das Booklet ist informativ gehalten. Ein sehr schöner Goldsmith, ein leichter Score, aber trotzdem kein Fliegengewicht. Damit einer, der trotz des recht gesalzenen Preises sein Geld wert ist.

Joe Versus the Volcano

Im märchenhaften Joe Versus the Volcano * Joe gegen den Vulkan (1989) mimt Tom Hanks einen vermeintlich Todkranken, der aus seinem eintönigen Alltag ausbricht und in exotischer Umgebung für einen polynesischen Stamm zum Helden wird.

Georges Delerue hat für dieses moderne Märchen eine recht hübsche, einfache, solide und relativ abwechslungsreiche Musik beigesteuert. Insgesamt ist das Gebotene typisch für die amerikanische Spätphase des Komponisten, in der auch stärker poppige Einlagen (hier des Saxophons) vertreten sind – die schnell etwas verwässernd wirken. Das häufig wiederkehrende melodische Hauptthema ist nicht übel, gehört aber nicht in die oberste Kategorie der mitunter herrlichen melodischen Einfälle des französischen Komponisten. Im Übrigen bietet der Score nur die zwar angenehmen, infolge fast identischer Wiederholung aber etwas zur Monotonie tendierenden, hinlänglich bekannten Delerue-Standards. Als kleine Highlights verdienen es die Sturmsequenz und die ulkig arrangierten Eingeborenen-Lieder, bei denen sogar das berühmte When Johnny Comes Marching Home zitiert wird, erwähnt zu werden.

Unterm Strich ein unterhaltsames Höralbum in sehr guter Sound-Qualität, inklusive eines ansprechenden Booklets.

Michael Boldhaus | 01.10.2002
Zum Seitenanfang Unterstützen Sie unsere Arbeit: Werden Sie akkreditiertes Mitglied!
© 1999-2010 Cinemusic.de
Webmaster: Marko Ikonic | Kontakt: redaktion@cinemusic.de