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The Ipcress File / The Abduction Club / The Fantasy Album
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The Ipcress File » John Barry  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Ipcress File, 2002

Label: Silva Screen (FILMCD 605)

Komponist: John Barry

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 42:31 Min.

The Abduction Club » Shaun Davey  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: The Abduction Club, 2002

Label: Silva Screen (FILMCD 362)

Komponist: Shaun Davey

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 57 Min.

The Fantasy Album »  Diverse  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
Sampler: The Fantasy Album, 2002

Label: Silva Screen (FILMCD 360)

Komponist: Diverse

Bewertung:
3 von 6 Sternen
3 von 6 Sternen


Laufzeit: Total: CD-1: 71:43 Min.
CD-2: 73:48 Min.

The Ipcress File

Im Umfeld des Überraschungserfolges des ersten James-Bond-Films, Dr. No, witterte Bond-Produzent Harry Saltzman mit dem Verfilmen weiterer Agentengeschichten das große Geschäft. So entstand The Ipcress File * Ipcress - Streng geheim! (1964), eine eher kühle Agenten-Story im Kalten Krieg, die sich vom frech-gimmickhaften Bond-Stil merklich unterscheidet. Entsprechend lieferte der Komponist John Barry eine Musik, die überwiegend deutlich abseits seiner Komposition für Dr. No angesiedelt ist. Barry orientierte sich ein wenig an Orson Welles Der Dritte Mann (1949) und damit an Anton Karas, dessen Zither-Klänge die Inspiration für das hier eingesetzte Cimbalom (ein Hackbrett) waren. Das Cimbalom ist hier nicht Teil eines sinfonischen Orchesters, sondern gehört zu einem um zusätzliche Instrumente erweiterten Jazz-Ensemble.

Barry komponierte für The Ipcress File die sehr eingängige Melodie A Man Alone, die fortlaufend Grundlage von Variation und gekonnter jazziger Improvisation ist. Wie der Film, so ist auch die Musik insgesamt eher atmosphärisch und kommt ohne Bond-typische Action-Passagen daher, wirkt mehr wie ein nachdenklich-melancholischer Kommentar zu den Filmbildern. Insgesamt einer der beachtenswerten, recht raffiniert ausgeführten Barry-Scores, angesiedelt im Grenzbereich zwischen Sinfonik und Cool-Jazz. Dank des sehr einprägsamen Themas und dessen guter Verarbeitung kommt die Musik auch allein von CD ohne Tendenz zur Monotonie herüber. Es handelt sich also um keinen Langweiler, sondern um ein sehr gut fließendes Hör-Album, das dank des griffigen Themas auch für manche Nicht-Jazz-Freaks etwas bieten dürfte.

Die Silva CD bietet den alten LP-Schnitt in sehr guter Klangqualität. Die zwischen den Musik-Tracks platzierten insgesamt rund vier Minuten Film-Dialog-Schnipsel (Score-Anteil 38:27) dürften nicht jedermann gleichermaßen begeistern. Sie können jedoch (wenn auch etwas mühsam) vollständig (!) herausprogrammiert werden.

The Abduction Club

Im Irland Ende des ausgehenden 18. Jahrhunderts sahen sich manche junge Adlige in prekärer Lage. Durch den Erstgeborenen waren sie in der Erbfolge vom allergrößten Teil des Familienvermögens ausgeschlossen und auf sich gestellt. Um nicht Priester oder Soldat zu werden, kamen die Betroffenen auf eine ganz besondere Idee: Durch Gründung so genannter Entführungsklubs versuchten sie, geeignete Heiratskandidatinnen für einen möglichst standesgemäßen Lebensunterhalt zu finden.

It will steal your heart. Unter diesem romantischen Slogan steht Shaun Daveys (The Tailor of Panama) breitorchestral und üppig gehaltene Filmmusik. Ein markant-schmissiges Hauptthema, das ein wenig wie ein Volkslied anmutet, prägt die durchgehend sehr unterhaltsame und dazu überaus gut gearbeitete Tonschöpfung. Der Komponist setzt dabei auch auf folkloristisches Kolorit durch den (voller klingenden) schottischen Dudelsack sowie die irische Harfe. Eine wichtige Rolle spielt ein musikalischer Blick zurück auf Formschemata aus Barock, Klassik und Romantik. Hier gibt es im Rahmen von zum Teil konzertierend wirkenden Passagen sehr hübsch eingearbeitete Soli von hauptsächlich Klavier, aber auch Cello und Holzbläsern. Darüber hinaus kommen geschickte Klangkombinationen zu Gehör. Vereinzelt gibt es - keinesfalls störende - dezente elektronisch erzeugte Klangteppiche.

Insgesamt ist Shaun Daveys Musik zu The Abduction Club eine sehr gut fließende, üppig romantische und - im positiven Sinne - altmodische sinfonische Filmmusik. Überhaupt ein sehr schönes CD-Album, das bei manchem Käufer einen oberen Platz auf der Hörfavoritenliste erhalten dürfte. Das Irish Film Orchestra liefert unter der Leitung von David Brophy eine sehr ansprechende Interpretation und auch an der Klangtechnik gibt es nichts zu bemängeln. Ein (kleiner) Geheimtipp für alle, die mal wieder so richtig in melodisch süffigen, romantisch-sinnlichen Orchestersounds schwelgen möchten.

The Fantasy Album

Ein weiteres Doppel-CD-Album aus der bekannten, mitunter auch etwas berüchtigten Silva-Wurstküche. Der Oberbegriff Fantasy passt allerdings nicht auf alle der hier versammelten Filme gleichermaßen. Ansonsten erhält der Käufer einen Mix nach bewährtem Rezept: aus anderweitig veröffentlichtem Material und einer Reihe zusätzlich neu eingespielten Stücken (z. B. aus Harry Potter, Crouching Tiger, Hidden Dragon und The Lord of the Rings). Erwähnenswert sind auch die nicht auf der Score-CD vertretene Abspann-Musik (Main Themes) aus The Mummy Returnss; eine elektronikfreie, rein sinfonische Suite aus Gladiator; das Hauptthema aus Flesh & Blood sowie eine 13-minütige Suite aus Batman, nett, allerdings nicht derart durchschlagend wie Erich Kunzels Telarc-Version.

Wer mit den - diesmal besonders stark - vertretenen Dubletten leben kann, erhält ein geschickt geschnittenes und damit auch sehr unterhaltsames CD-Doppel-Album von immerhin 145 Minuten Spieldauer mit durchweg sauberen Interpretationen des City of Prague Philharmonic Orchestra.

Michael Boldhaus | 06.03.2003
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