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Pinocchio (Disney DVD) / Pinocchio (Disney CD)
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Pinocchio (Disney DVD) » Hamilton Luske, Ben Sharpsteen  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
DVD: Pinocchio (Disney DVD) (Special Collection), 2003

Verleih: Disney DVD (120239)

Regisseur: Hamilton Luske, Ben Sharpsteen

Bewertung:
6 von 6 Sternen
6 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen

Zusatzinfos: USA 1940

Pinocchio (Disney CD) » Leigh Harline, Edward Plumb, Paul Smith  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Pinocchio (Disney CD), 2002

Label: Walt Disney Records (wea-Vertrieb) (0927-44364-2)

Komponist: Leigh Harline, Edward Plumb, Paul Smith

Bewertung:
4½ von 6 Sternen
4½ von 6 Sternen


Laufzeit: 61:54 Min.

Die Filmstory geht auf ein Original zurück, das Carlo Collodi (Pseudonym für den Journalisten Carlo Lorenzini) bereits 1881 als Fortsetzungsgeschichte für ein Kindermagazin verfasste. Das Resultat ist ein für seine Zeit in manchem recht ungewöhnliches Märchen mit vielfältigen Schauplätzen und Schreckensmomenten, das auch fantasyhafte Elemente beinhaltet. Die Disney-Studios haben hieraus natürlich eine warmherzige, typische Disney-Story gemacht, die sich zudem deutlich vom abendfüllenden Vorgänger Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937) unterscheidet.

Der arme Holzspielzeugmacher, Meister Gepetto, wünscht sich sehnlich einen Sohn. Er schnitzt sich daher einen Hampelmann und nennt ihn Pinocchio. Die gute blaue Fee verspricht dem kleinen Mann aus Holz, wenn er sich bewährt, indem er immer lieb und aufrichtig ist, sogar ein richtiger Junge zu werden. Von da an erlebt Pinocchio zusammen mit seinem Gewissen, dem loyalen Freund Jimmy Grille (eine von Disney nachträglich eingeführte Figur, im Original Jiminy Cricket), viele Abenteuer und lügt zwischendrin so sehr, dass seine Nase wächst und wächst ...

Walt Disneys Zeichentrickfilm Pinocchio zählt eindeutig zum Besten von in reiner Handarbeit ausgeführter, zeichentricktechnischer Perfektion, die im Kontext ähnlich guter Vertreter dieser Gattung wohl zu Recht den absoluten Spitzenplatz beanspruchen kann. Über 750 Ausführende produzierten in mühevoller Detailarbeit über zwei Millionen Zeichnungen in etwa 1500 verschiedenen Farbtönungen und Schattierungen und schufen so in rund zweijähriger Arbeit ein kreatives Highlight seines Genres.

In geradezu perfekter Art und Weise demonstriert der Film Plastizität und Quasi-Dreidimensionalität und eine Detailliertheit in der Animation, die selbst heutzutage - trotz High-Tech-Computer-Technologie - unübertroffen genannt werden darf. Ein Sammelsurium bis dahin nicht erprobter neuer Effekte, wie besonders echt wirkende Glut, überzeugend natürlich anmutendes Kerzenlicht und nicht allein verblüffend plastisch anmutende Sets, sondern auch Figuren mit überraschend natürlich wirkenden körperlichen Rundungen, all dies zeigt Pinocchio in zugleich überzeugender Perspektive. Hier spiegelt sich die ausgiebige Verwendung dreidimensionaler Modelle.

Geradezu bestechend geraten ist hier das Stunden-Ballett der in mechanischen Uhrwerken integrierten (Holz-)Spielzeugfiguren in Gepettos Werkstatt und auch die Szenen mit dem, in einem von der Decke eines Zirkuswagens baumelnden Käfig, gefangenen Pinocchio. Besonders in der letztgenannten Szene kommt die bereits aus Schneewittchen und die sieben Zwerge bekannte Multiplantechnik (näheres dazu im Fantasia-2000-Special) erstklassig zum Einsatz. Und ebenso bemerkenswert ist das Erzeugen relistisch wirkender Unschärfe in den Unterwasserszenen, die durch aufgelegte gewellte Glasplatten erzeugt worden ist.

Pinocchio erlebte am 7. Februar 1940 eine Gala-Premiere in New York und zwei Tage später an der Westküste, in Los Angeles. Der Film erhielt zwei Academy Awards: für den besten Song und den besten Score.

Der Film auf DVD

Die Disney-DVD präsentiert Pinocchio in der Special Collection Zauberhafte Abenteuer. Erstmalig ist damit jetzt die 1992 (für Laser-Disc) Bild für Bild sorgfältig gesäuberte und außerdem videotechnisch zusätzlich aufbereitete Filmfassung auch auf DVD zugänglich. Der mit dem THX-Logo versehene Transfer ist ausgezeichnet, zeigt ein sehr detailliertes, scharfes, sauber durchzeichnetes und von leuchtenden Technicolor-Farben geprägtes Bild. Den Ton gibts in Deutsch und Englisch in sehr frisch und füllig klingenden Fassungen, die mit sanften Stereoeffekten und einer sehr überzeugend auf Pseudo-Stereo-Sound aufgearbeiteten Musikspur in AC3-5.1 daherkommen. Die deutsche Fassung ist außerdem in dts anwählbar - was sich in diesem Fall gegenüber der AC3-5.1-Tonfassung jedoch kaum als wesentlicher Vorteil bemerkbar machen dürfte.

Das Zusatzmaterial ist in erster Linie auf die Kids abgestimmt. Neben verschiedenen interaktiven Spielen sind ein Original-Kinotrailer in sehr ordentlicher Qualität, ein nur rund fünfminütiges Making of sowie ein recht netter Vergleich von Storyboard und Film enthalten - und damit nur ein Bruchteil des merklich umfangreicheren Materials der US-Laserdisc-Deluxe-Edition aus dem Jahr 1993.


Die Filmmusik auf CD

Ebenso ein Highlight unter den aus dem Hause Disney stammenden Zeichentrickfilmen ist die besonders charmante musikalische Untermalung für Pinocchio. Leigh Harline komponierte in Zusammenarbeit mit dem Texter Ned Washington fünf reizende Songs - unter anderem den berühmten When you wish upon a Star - und gestaltete auch große Teile der Musik, wobei er noch von Paul Smith unterstützt wurde. Das reizende Song-Thema bildet im Score ein wichtiges Leitmotiv, aber auch mit den anderen Songs wird die überaus reizvolle Musik raffiniert gestaltet. Besonders stark ist in Pinocchio eine ausgeprägte sinfonische Gestaltung in Form thematisch-motivischer Arbeit spürbar. Hinzu kommt eine sehr farbige Instrumentierung, und neben Liedhaftem finden sich auch jazzige Einsprengsel. Und die dramatische Sequenz mit dem rachsüchtigen Wal Monstro, der Pinocchio und seinen Schöpfer Gepetto auf ihrem kleinen Floß jagt, gerät geradezu zur zwar kleinformatigen, aber sehr naturalistisch-tonmalerisch ausgeführten, furiosen Meeressinfonie – komponiert von Edward Plumb (unter Verwendung von thematischem Material Harlines). Plumb (1907-1958) gehörte übrigens zu denen, die im Dschungel der ausgeprägten Teamarbeit bei den Disney-Studios häufig ungenannt blieben und deren oftmals wertvolle musikalische Beiträge damit leicht dem Falschen zugeordnet werden. Eine ungerechte Situation, an der die Disney-Leute mitschuldig sind, denn leider werden die Namen dieser Unsung Heroes meist auch in den Booklet-Texten unterschlagen.

Bewertungsmäßig sind vier Sterne allemal gerechtfertigt; die hier besonders ausgeprägt sinfonisch-dramatischen Teile verdienen sogar noch einen halben Stern mehr. Im Kontext der Disney-Zeichentrick-Musiken halte ich daher als Gesamtwertung viereinhalb Sterne für vertretbar.

Erfreulicherweise wurden die Lichtonmaster der Originalaufnahmen beizeiten auf Magnetband überspielt und nach langem Dornröschenschlaf Anfang der 90er Jahre eher zufällig wiederentdeckt. Die mit Hilfe moderner High-Tech-Sound-Restauration aufbereiteten und gesäuberten Aufnahmen belegen, welch hohe Qualität selbst Lichtton-Aufnahmen - unter besonders günstigen Umständen - widerspiegeln können, wenn der Zahn der Zeit derart gnädig (zurückhaltend) an ihnen genagt hat.

(Dank an Christoph Lohmann, der einen wertvollen Hinweis beisteuerte.)

© aller Logos und Abbildungen bei DISNEY PICTURES.

Michael Boldhaus | 05.08.2003
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