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Tomb Raider - The Cradle of Life / S.W.A.T.
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Tomb Raider - The Cradle of Life » Alan Silvestri  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Tomb Raider - The Cradle of Life, 2003

Label: Varèse (VSD-6502)

Komponist: Alan Silvestri

Bewertung:
3 von 6 Sternen
3 von 6 Sternen


Laufzeit: 60:00 Min.

S.W.A.T. » Elliot Goldenthal  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: S.W.A.T., 2003

Label: Varèse (VSD-6501)

Komponist: Elliot Goldenthal

Bewertung:
4 von 6 Sternen
4 von 6 Sternen


Laufzeit: 47:03 Min.

Tomb Raider - The Cradle of Life

Es ist nicht ganz zufällig, dass diese beiden Filmmusiken aus der Werkstatt zweier sehr unterschiedlicher Komponisten zusammen abgehandelt werden. Dieses Mal passt das Varèse-Duo sogar außergewöhnlich gut zusammen, denn in beiden Fällen ging es offensichtlich darum, ein zeitgemäßes Action-Scoring für das junge Zielpublikum zu schaffen.

Für Tomb Raider - The Cradle of Life verwendet Alan Silvestri seine bewährten orchestralen Action-Standards und legt elektronische Rhythmus-Muster darüber. Das Prinzip ist grundsätzlich vergleichbar mit David Arnolds Arbeiten bei den Bond-Scores, wenn auch wesentlich blasser ausgeführt. Silvestri hat ja zuletzt bei Die Mumie kehrt zurück gezeigt, wie gut er es versteht, rein orchestral ein energiereiches und mitreißendes Action-Scoring zustande zu bringen. Gerade in diesem Zusammenhang wirkt das Bemühen um einen „hippen“ Sound besonders aufgesetzt, ja sogar etwas lustlos. Ob und inwieweit hierfür die Produzenten verantwortlich zeichnen, bleibt Spekulation. Allerdings ist schon sehr wahrscheinlich, dass Silvestri sich nicht allzu weit von der blassen Keyboarder-Ästhetik Graeme Revells zum ersten Film entfernen sollte. Ebenso dürften die Macher des Films einen vertrauten Sound mit breitorchestralem Action-Scoring gewünscht haben, der aber ebenso bei einem Video-Spiel-erfahrenen Publikum ankommt.

Die orchestralen Teile wirken hier auch eher mäßig inspiriert, das eingesetzte Hauptthema ist zwar recht eingängig, zählt aber nicht zu Silvestris besonders starken Eingebungen. Was über die recht lange Album-Laufzeit von einer Stunde passiert, ist außerdem nicht frei von Durchhängern. Hier hilft gezieltes Programmieren, um den musikalischen Fluss zu verbessern.

S.W.A.T.

Eindeutig pfiffiger und souveräner ist Elliot Goldenthal in S.W.A.T. zu Werke gegangen. Der Komponist nimmt sich eingehend die bei Jugendlichen beliebten Musikformen vor, verwendet Elemente des Rock und Pop, elektronische sowie akustische Percussions und setzt dabei auf recht vielfältige moderne Rhythmen, die teilweise auch zu Hiphop tendieren. Und selbstverständlich setzt Goldenthal neben dem konventionellen Sinfonieorchester auch das entsprechende Instrumentarium von Bands wie Metallica ein: Keyboard, E-Bass, E-Gitarre und Schlagzeug.

Im Gegensatz zum obigen Silvestri-Score, wo die Elemente zeitgenössischer Jugend-Unterhaltung denn doch etwas aufgesetzt wirken, gelingt es Goldenthal bei S.W.A.T. alles stimmig miteinander zu verschmelzen. Damit ist keineswegs eine eher simple, kommerzialisierte Kompositionsweise gemeint. Im Gegenteil! Er schafft es, ein modernes Spektrum von Klängen und Rhythmen (Loops) mit seiner anspruchsvollen, sowohl traditionell- als auch modern-sinfonisch geschulten Arbeitstechnik organisch zu verbinden. In der Heat (1995) nahestehenden Musik gelingen ihm interessante Klangkombinationen, wie auch verschiedentlich überzeugende musikalische Crashes der musikalischen Ebenen; so, wenn er beispielsweise seine typischen schroffen Bläserparts mit den Sounds der E-Gitarren und/oder der modernen, mitunter minimalistischen Rhythmik aufeinander prallen lässt: besonders in Bullet Frenzy (mit rund 10 Minuten das längste Stück der CD), My Big Black Assault Weapon, AK-47 Scherzo und auch in The Fascist Shuffle. Ähnliches hat Hans Zimmer in seiner Komposition zu Black Hawk Down ebenfalls versucht, ohne dabei allerdings vergleichbar erfolgreich zu sein.

Die nicht über ein einprägsames Thema, sondern allein über ein eher unscheinbares Motiv verfügende Komposition zu S.W.A.T. dürfte abseits des Films weder für stärker sinfonisch ausgerichtete Hörer noch für Disco-orientierte Jugendliche unmittelbar eine leichte oder gar eingängige Kost sein. Drum ist Probehören angeraten. In jedem Fall erweist sich Goldenthal auch hier als einer der Versiertesten des reiferen Nachwuchs (Goldenthal wird im kommenden Jahr 50) überhaupt, als einer mit überlegenem handwerklichem Geschick.

Abzüglich dreier Source-Cues - inkl. eines modernen Arrangements (Remix) des Themas zur ehemaligen TV-Serie S.W.A.T. 911 - verbleibt ein Score-Anteil von rund 35 Minuten.


Michael Boldhaus | 18.10.2003
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