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Gothika / Paycheck
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Gothika » John Ottman  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Gothika, 2003

Label: Varèse Sarabande (VSD-6520)

Komponist: John Ottman

Bewertung:
2 von 6 Sternen
2 von 6 Sternen


Laufzeit: 49:57 Min.

Paycheck » John Powell  » Klicken Sie auf das kleine Cover um es vergrößert darzustellen.
CD: Paycheck, 2003

Label: Varèse Sarabande (VSD-6535)

Komponist: John Powell

Bewertung:
3½ von 6 Sternen
3½ von 6 Sternen


Laufzeit: 48:08 Min.

Gothika / Paycheck

Dr. Miranda Grey (Halle Berry), eine angesehene Kriminalpsychologin, erwacht in der Klinik, in der sie normalerweise arbeitet. Allerdings steht sie dieses Mal auf der anderen Seite: Sie ist eine Gefangene, die unter dem Verdacht steht, ihren Ehemann ermordet zu haben, sich jedoch an nichts erinnert. Der Psychothriller mit Horrorelementen Gothika von Regisseur Mathieu Kassovitz startete am 4. März 2004 in den deutschen Kinos.

John Ottman hat dazu eine musikalische Untermalung beigesteuert, die keinerlei Überraschungen bietet. Orchestrales wird kombiniert mit synthetischen Klangeffekten, und in ruhigeren Momenten tritt romantisierend ein Klavier hinzu. Überwiegend ist die Musik von unheimlichen, zur Collage tendierenden Sounds bestimmt, wobei die Synthesizerklänge mitunter fast choralen Touch bekommen. Eine über weite Strecken sehr atmosphärische, geisterhafte Angelegenheit, die gelegentlich von einzelnen Ausbrüchen mit etwas Rhythmik, Slasher-Sounds und standardisierten Modernismen aufgelockert wird. Teile der Spannungsmusiken erinnern in den Streichereffekten auch ein wenig an Goldsmiths Musik zu Alien.

Die rund 50 Albumminuten entpuppen sich als eine handwerklich passable, aber durch und durch routinierte und ohne Film recht langatmige und damit zähe (Hör-)Angelegenheit. All das Gebotene hat man bereits x-fach in ähnlicher Form gehört. Hier findet sich nichts, was die sich rasch einstellenden Ermüdungserscheinungen wieder zu vertreiben vermag. Das im letzten Track, I See Dead Kids, von Klavier, Flöte und Streichern breiter ausgespielte respektable Hauptthema vermag daran auch nichts Entscheidendes zu ändern. Gothika ist somit ein eher entbehrliches Album, das primär als Souvenir zum Film eine Berechtigung hat und ansonsten besonders für Ottmann-Komplettisten in Frage kommen dürfte.

Regisseur John Woo ist durch temporeiche Action-Thriller wie Face/Off hinlänglich bekannt. Im bereits in der zweiten Januar-Hälfte gestarteten Sci-Fi-Thriller Paycheck * Paycheck — Die Abrechnung spielt Ben Affleck jemanden, dessen Gedächtnis von seinem Arbeitgeber teilweise gelöscht worden ist.

John Powell setzt hier wie bei The Italian Job auf ein zeitgemäßes Klangdesign. Dementsprechend sind hippe, oftmals synthetische Rhythmik und entsprechende Klangeffekte ein Muss. Im Gegensatz zur primär atmosphärisch angelegten Untermalung zu The Italian Job arbeitet Powell in Paycheck stärker thematisch und lässt auch die recht groß besetzte Hollywood Studio Symphony deutlich vielseitiger und geschickter agieren. Im Zusammenwirken von akustischen Instrumenten und modernen Rhythmusstrukturen entsteht so eine recht abwechslungsreich gehaltene, dynamisch vorwärts treibende Filmmusik, die neben gut gestalteten Action-Passagen auch Raum für romantisch angehauchte Ruhepunkte bietet. Das hier zu Hörende ist vergleichbar mit Alan Silvestris Tomb Raider — The Cradle of Life und tendiert damit auch zu den James-Bond-Scores von David Arnold.

Positiv anzumerken bleibt noch, dass Powells Tonsprache im Mix von synthetisch und akustisch erzeugten Klängen für einen Schüler des Hauses Media Ventures erfreulich eigenständig ausfällt. Sicher ist das zu Hörende nicht grandios, aber doch so frisch und dynamisch, dass über die knapp 50 Minuten Spieldauer kaum Ermüdungserscheinungen auftreten. Sowohl jene, die ein Souvenir zum Film suchen als auch Fans von John Powells Musik können daher unbesorgt zulangen.

Michael Boldhaus | 28.06.2004
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